Dienstag, 06.11.2007
Der heilige Krieg der Raucher
Teilweise wähne ich mich in einer Art "heiligen Krieg" wenn es um das Rauchverbot geht. Da werden Volksbegehren gestartet und jeden Montag wird eine Demo für das Rauchen in sogenannten Einraumkneipen veranstaltet.Die Raucher haben die interessantesten Begründungen warum das Rauchen an der frischen Luft nun schädlich für die Gesundheit sei (siehe Eintrag von Venden).
Die Raucher verlangen von den Nichtrauchern sie müssten ihren Rauch in Kneipen ertragen, warum eigentlich und mit welcher Begründung? Die Raucher sagen sie würden in ihrer Freiheit eingeschränkt! Werde ich auch, wenn ich eine vernebelte Kneipe aufsuche um ein Fußballspiel zu sehen, dann wird meine Freiheit eingeschränkt. Die Nichtraucher haben leider die besseren Argumente, denn die gesundheitlichen Schäden des Mitrauchens sind nicht von der Hand zu weisen.
Um so schlimmer ist der fast fundamentalistisch geführte Kampf gegen die entsprechenden Gesetze. Fast überall in Europa haben die Raucher die Einschränkung der Rauchbereiche bereits hinter sich, und es ist alles bestens in den Ländern. In Italien überhaupt kein Problem, vorallem auch keine Rauchertrauben vor den Lokalen, offensichtlich haben die Leuten den Konsum eingeschränkt und haben nun weniger Zeit und Lust auf einen Glimmstengel.
Immer wieder werden die armen Wirte der Einraumkneipen zitiert, die nun um ihre Existenz bangen. Warum bangen sie um ihre Existenz, weil ihre vermeintlich treue Stammkundschaft ihnen nun den Rücken kehrt, weil sie nicht mehr rauchen dürfen. Sind das treue Gäste?
Sind Menschen die ihre Wirte dazu zwingen, weil sie unbedingt rauchen wollen, Heizpilze aufzustellen damit Raucherlein ja nicht friert, wirklich nette und liebe Stammgäste? Auch hier ein Nein, denn diese Leute wollen nur nicht von alten Gewohnheiten lassen und wollen wie in der Vergangenheit die Nichtraucher zwingen wieder fröhlich ihren Rauch mit zu inhalieren.
Angeblich würde die Stimmung flöten gehen, wenn Raucher und Nichtraucher nicht mehr an einem Tisch sitzen können. Liegt doch nicht an uns Nichtrauchern!
Die Raucher wollen die Gesellschaft zu etwas ungesundem zwingen und das nur weil sie sich nicht damit abfinden können, dass ihr Verhalten über Jahrzehnte nur von den Nichtrauchern toleriert wurde. Nun ist es an der Zeit diese Toleranz ebenfalls an den Tag zu legen, dem Glimmstengel Adieu zu sagen und die Lunge frei vom Teer zu machen.Ich glaube auch nicht an die große Zahl der Raucher die ein Volksbegehren unterschreiben würde, denn die Raucher die ich kenne verhalten sich alle ganz lieb und friedlich. Weder geht irgendwo die Stimmung flöten, noch wird gestritten über das Thema.
Und wer sich das Rauchen abgewöhnen möchte und sein Geld demnächst lieber in gutes Essen anlegen möchte, dem sei eines der vielen Nichtraucherbücher empfohlen.
von Mainbube um # 07:29 in Politisches
Kommentare
bembelkandidat am 06.11.2007 - 15:00
als würde er dir in's Wasserglas spucken. Würde dir das gefallen? Wohl nicht!"
:-D gefunden auf http://www.qualm-nix.de
Marc am 06.11.2007 - 18:29
Und da ich nie geraucht habe, musste ich auch den Entzug nie praktizieren. Und das stelle ich mir doch schwierig vor. Deswegen habe ich auch immer ein wenig Mitleid.
kathrin am 06.11.2007 - 21:04
Nichtraucher haben sicher das Recht, durch Qualm nicht belästigt zu werden. Zugestanden. Im Moment nehmen sie sich allerdings heraus, Raucher in ihrer Freiheit mehr als nötig einzuschränken.
Es gibt kein zulässiges bzw. rational nachvollziehbares Argument gegen die derzeit nicht vorhandene Freiheit eines Wirtes "Raucher- Kneipe" oder "Raucher- Restaurant" an seine Tür zu schreiben. Kein Nichtraucher würde je gezwungen, diese Lokalität zu betreten. Wenn Nichtraucher sich gegen diese auf der Hand liegende Lösung wehren, beweisen sie damit, dass es um mehr als Nichtraucherschutz geht. Warum müssen sie durch Gesetze geschützt werden, wenn sie die Schäden einfach durch Nichtbetreten der entsprechend gekennzeichneten Gaststätten vermeiden könnten.
Nichtraucher beanspruchen mit der Absolutheit ihrer Forderungen für sich die Freiheit, jede Gaststätte rauchfrei erleben zu dürfen. Müssen sie wirklich jede Gaststätte betreten? Alle Freiheit für die Nichtraucher, nieder mit den Rauchern ... das ist der Tenor dieser unsäglichen Diskussion. Die Freiheit des einzelnen wird begrenzt durch die Freiheit der anderen. Könnte dieser Leitsatz hier bitte auch gelten? Wenn Raucher sich wehren, wählen sie nicht immer die geschicktesten Argumente. In einer freiheitlichen Grundordnung aber würde ich mir einen viel deutlicheren Kampf gegen Freiheitsbeschneidungen wünschen, die nur dem Zweck dienen, dass manche sich überall aufhalten können.
Thomas am 07.11.2007 - 08:38
> Wenn Raucher sich wehren, wählen sie nicht immer
> die geschicktesten Argumente.
Stimmt! ;)
> In einer freiheitlichen Grundordnung
> aber würde ich mir einen viel deutlicheren
> Kampf gegen Freiheitsbeschneidungen wünschen,
> die nur dem Zweck dienen, dass manche sich überall aufhalten können.
Es wird doch gegen die Freiheitsbeschneidungen gekämpft, die nur dem Zweck dienen, daß Raucher sich überall aufhalten können! Ich weiß gar nicht, was Du hast!
Venden am 07.11.2007 - 09:54
deine Argumentation stimmt, allerdings kann man Raucher und Nichtraucher beliebig ändern - es wird immer ein Verlierer geben.
Bis vor wenigen Wochen waren es die Nichtraucher, jetzt sind es die Raucher. Und in fünf Jahren vielleicht die Rindersteakfans, denn Kühe und Rinder produzieren CO2, und das schadet der Umwelt ;)
Gruß,
Venden
thomas am 07.11.2007 - 11:03
Komisch, in der Vorschau hat er meinen Kommentar noch richtig angezeigt...kannst Du evtl. die folgenden Sternchen durch "strike"-Tags ersetzen?
*Nichtr*Raucher beanspruchen mit der Absolutheit ihrer Forderungen für sich die Freiheit, jede Gaststätte *rauchfrei erleben*rauchend betreten zu dürfen. Müssen sie wirklich jede Gaststätte betreten? Alle Freiheit für die *Nichtr*Raucher, nieder mit den Nichtr*R*auchern ... das ist der Tenor dieser unsäglichen Diskussion. Die Freiheit des einzelnen wird begrenzt durch die Freiheit der anderen. Könnte dieser Leitsatz hier bitte auch gelten?
stefan am 07.11.2007 - 12:07
Von "Absolutheit" beim Rauchverbot zu sprechen ist doch wirklich nun total paradox: Frag mal deinen Freund ob er meint du sollst "absolut" Schwanger, oder ein "bißchen". Es geht lediglich um Selbstbestimmung.
Raucher sollten, und haben auch nach dem Rauchverbot die Freiheit jederzeit soviel zu rauchen und welche Marke zu rauchen wie sie wollen, NR haben gleichzeitig die Freiheit über ihre Lungen selber zu entscheiden.
Es ist doch einfach. Lungen gehören dem jeweiligen Eigentümer. Meine Lunge gehört absolut nicht mir. Sie gehört weder ganz und gar Dir, noch ein bißchen.
Gaststätten sind Arbeitsplätze, dort arbeiten Menschen, sie haben das Recht auf Rauchfreiheit, ganz einfach. Deswegen stellt sich die Frage nach Raucherlokalen garnicht.
Oder mal eine Gegenfrage:
Muss man wirklich ALLE Straßen mit dem Trunkenheitsverbot am Steuer belegen?
Muss man wirklich alle ungewollten Messerattacker verfolgen?
Also, wenn manche Raucher im Sinne einer "nicht gewollten Absolutheit" fordern das man "Raucher"lokale zulässt, dann fordere ich das man auch Alkoholikerautos zu lässt in denen getrunken werden darf.
Jotha am 07.11.2007 - 16:51
Ich finds natürlich auch als Raucher sehr angenehm, in rauchfreier Umgebung essen und arbeiten zu können. Aber, liebe NR, bitte nutzt auch die neue Freiheit und besucht die rauchfreien Zonen. Bisher muss ich mehrfach beobachten, dass auch die Nichtraucher sich mit den Rauchern in die Raucherzonen quetschen während die NR-Zonen verwaisen. Belohnt die neuen Regelungen! Setzt Euch durch! Traut Euch auch ohne Raucher in die Kneipen! Wir (feigen, treulosen) Raucher können Euch ja nicht immer das Händchen halten. Nutzt es, sonst ärgere ich mich als Raucher nur, dass ich mich umstellen musste. Aber anscheinend ist Euch die Rauchfreiheit doch nicht soooo wichtig…
bembelkandidat am 07.11.2007 - 18:14
heute abend treffen sich in frankfurt die mainhattenbloggerInnen im shooters (ab 19.00 uhr nähe dom), alle rauchenden und nichtrauchenden blogger sind herzlich eingeladen, die hitzige debatte in angenehm rauchfreier kneipe weiterzuführen, offline und face to face ;-)
Jotha am 08.11.2007 - 12:43
Meinen Blog konntest Du vorher gar nicht entdecken. Gibts erst seit 8 Tagen. Musste dieses blog-dingsda, einfach auch mal ausprobieren.
Darmstädter am 11.11.2007 - 10:50
Wirklich tolle Gesellschaft und Tradition!!!!
Hat Eva Hermann also Deiner Meinung nach doch recht mit der Behauptung es sei ja schließlich nicht alles schlecht gewesen!?
Mainbube am 11.11.2007 - 18:16
Harald Hoedl am 15.11.2007 - 21:14
Meine Krankenkasse und meinen Arbeitgeber hingegen habe ich seit über 20 Jahren keinen Cent wegen Krankheit gekostet.
Es Stinkt zum Himmel wie man mit Rauchern zur Zeit umgeht, dagegen sind Kriminelle ja Engel!!!
Was steht im Grundgesetz - es darf niemand Diskriminiert werden - bitte was wird zur Zeit mit uns Rauchern gemacht???
Es ist höchste Zeit ein Volksbegehren gegen das Rauchverbot zu Starten !!!
Meine Meinung:
Es wäre Richtig es dem Wirt zu überlassen ob in SEINEM Lokal geraucht wird oder nicht ...
Mainbube am 15.11.2007 - 21:58
Es haben offensichtlich viele noch nicht begriffen, dass es nicht um die eigene Gesundheit geht, sondern um die der Passivraucher. Ob Du an einer typischen Raucherkrankheit erkranken wirst ist Deine Sache, so wie die Fettleber das Problem des Trinkers ist, aber vom Alkohlkonsum der Gäste in einem Restaurant werden keine anderen Gäste krank, aber vom Rauch eines Dritten können andere krank werden.
Es belibt den Wirten überlassen einen Club nur für Raucher zu eröffen und schon isr das Gesetz umgangen. Funktioniert in Ffm schon in einem Einzelfall und ist im aktuellen Journal Frankfurt beschrieben.
Dieter Schneider am 19.12.2007 - 09:31
Bitte Link weiter versenden.
http://www.freieraucher.de/
Mfg
Dieter Schneider
stonie am 03.03.2008 - 12:00
Francic Carole am 18.03.2009 - 16:25
Schliesslich hat man trotz intensivsten Bemühungen die Menschheit noch nicht drogenfrei gekriegt, also kriegt man die auch nicht rauchfrei.
Ich bin sicher wir werden uns in Zukunft gute Gespräche mit den Junkies führen können. Das kann durchaus zu unserer Horizonterweiterung führen!
Das mit den Zigarettenpausen am Arbeitsplatz finde ich lustig, schliesslich kommt es darauf an, wieviel Arbeit man in einer bestimmten Zeit sinnvoll erledigen kann und nicht darauf das man tatsächlich jede Minute arbeitet.
In Fabriken wo man tatsächlich einfach Stück für Stück arbeiten muss, habe ich noch nie gesehen, dass die Raucher Sonderrechte genossen für Ihre Zigarettenpausen.
Die haben die genau gleich Zeit Pause wie die Anderen auch und keine Sekunde mehr!
Aber eben wenn man es wirklich abschaffen möchte, dann wird es schlussendlich auch so sein.
Drogen sind ja auch verboten!