Montag, 14.05.2007
Was in zwei Koffer passt. Klosterjahre
Kloster! Ein Kloster ist der Ort, der von Nikolas Sarkozy, für seine Zeit zwischen Wahlkampf und Ernennung zum sechsten Präsidenten der fünften Republik gewählt wurde. Dies ist keine ernsthafte Maßnahme, mehr ein symbolischer Akt für die Franzosen. Er geht in Klausur, er sucht die Ruhe eines geweihten Ortes. Ein Platz der voll ist von Spirualität und Gottesgegenwart um seinen Landsleuten zu zeigen, wie Ernst er die vor ihm liegende Aufgaben nimmt. Er reiht sich damit ein in einen Ahnenreihe der französischen Könige, die stets die Symbolik als Mittel zum Zweck eingesetzt haben. Nun, das mit dem Kloster stimmte wohl nicht so ganz, er nahm dann doch lieber eine Yacht im Mittelmer. Hat ja auch eine gewisse Symbolik.Was ist aber mit Menschen die sich diesen Ort nicht als letzten symbolischen Akt eines politischen Wahlkampfs ausgesucht haben, sondern es Ernst meinen mit dem Kloster und seinen Regeln. Einem Ort der mir so fremd ist wie wohl den Meisten von uns. Menschen die sich einer Aufgabe in einer Gemeinschaft widmen, wie wir sie wohl kaum kennen, Wir reden von Communities und meinen einen Ort an dem sich Gleichgesinnte im Netz treffen können, aber ein wirklicher Ort echter Gemeinschaftlichkeit, unter Regeln die vielen von uns fremd und abartig erscheinen würden, íst wohl ein Kloster, mit all seinen Vorgaben und Restriktionen, aber auch der Freiheit die diese Restriktionen und Beschränkungen aus den Klosterregeln mit sich bringen.
Menschen die sich einen solchen Ort als Lebensmittelpunkt ausgwählt haben, kennen wir in den seltensten Fällen. Frauen im Habit einer Ordensgemeisnschaft oder Männer in der Kutte ihres Ordens werden von uns eher belächelt als respektiert, dabei sind sie es, die in der schnelllebiegen Zeit einen Entschluss für die Bewahrung von Traditionen und Glaubensinhalten gefasst haben, wie es kaum erklärbar ist.
Wer einen Einblick in die Gefühlswelt eines Menschen bekommen möchte, der sich für den Weg gegen alle Trends, gegen die Schnelllebigkeit unserer Zeit entschlossen hat und dabei alle Widerstaände gespürt hat, die eine in sich geschlossene Gemeinschaft gegen einen aufbringen kann, aber auch welche Liebe diese Gemeinschaft einem entschlossenen Menschen geben kann, dem sei das Buch ?Was in zwei Koffer passt ? Klosterjahre? empfohlen.Selten hat mich ein Buch so mitgerissen wie dieses, und es ist kein Thriller, kein von Sex und Drogen handelnder Spionageroman, es ist ein fast benediktinisch einfach gehaltenes Buch über eine junge Frau die sich die Freiheit nimmt in ein Kloster zu gehen und dort alles zu erleben was einem modernen Menschen in einer traditionellen Gemeinschaft widerfahren kann, inklusive der großen Momente in denen sich Gott in den Kleinigkeiten des Alltags offenbart.
Ein Buch für jeden von uns, der sich dem schnellen Alltag und seinen Regeln verschrieben hat, wer es liest wird kurz über seinen Alltag, seine Schwierigkeiten, die wir so oft Herausforderung nennen, nachdenken können.
Veronika Peters hat ein kurzweiliges Buch (Amazon) zu einem schwierigen Thema, in der heutigen Zeit, geschriebem, welches sehr unterhaltsam und auch nachdenklich macht.
Vielen Dank auch an Helmut Kroiß aus der Fotocommunity, der mir die Verwendung seines Bildes "Der Klosterhof" gestattet hat.
von Mainbube um # 20:08 in Der Buchtipp
Kommentare
José am 14.05.2007 - 23:03
Besonders hat mir der Stil imponiert in dem Veronika Peters die Ruhe des Klosters und die Unruhe ihrers eigenen Innenlebens geschildert hat.
Ich finde Du hast das sehr gut beschrieben und das Bild zum Eintrag gefällt mir auch gut.